Was ist ein Operations Agent in Fabric IQ?

Microsoft Fabric
14.01.2026
Lesezeit: 5 Min.

Nach diesem Blog verstehst du, wie der Fabric IQ Operations Agent Echtzeitdaten in steuerbare, KI-gestützte Geschäftsentscheidungen für die IT wandelt.

Als IT-Leiter stehst du heute vor der Aufgabe, nicht nur Datenplattformen bereitzustellen, sondern auch sicherzustellen, dass Fachbereiche schneller und fundierter Entscheidungen treffen können – idealerweise ohne dauernde Unterstützung durch IT. Genau hier setzt der Fabric IQ Operations Agent an: Er verbindet semantisch saubere Unternehmensdaten mit KI-gestützter Überwachung und operativen Aktionen, damit der Betrieb in Echtzeit gesteuert werden kann – und zwar verständlich für Fachanwender.

Der Fabric IQ Operations Agent ist ein KI-Agent in Microsoft Fabric, der laufend Echtzeitdaten und KPIs überwacht, Abweichungen erkennt und konkrete Handlungsempfehlungen für Geschäftsprozesse vorschlägt oder automatisiert ausführt. Statt rohe Tabellen zu prüfen, arbeitet er auf Basis der Fabric IQ Ontologie – also eines Geschäftsmodells mit Begriffen wie Kunde, Auftrag, Maschine oder SLA. Dadurch kann der Agent in „Business-Sprache“ denken und handeln, statt nur technische Signale auszuwerten.

Fabric IQ Operations Agent: Einordnung und Nutzen für IT-Leiter

Technisch ist der Operations Agent ein Fabric-Objekt, das Datenquellen (z. B. Eventstreams, Lakehouse-Tabellen, bestehende Power-BI-Modelle), Regeln und Aktionen miteinander verbindet. Der eigentliche Mehrwert für dich als IT-Leiter liegt jedoch an anderer Stelle:

  • Weniger Ad-hoc-Reports, mehr laufende Überwachung: Statt neue Dashboards für jede Fragestellung zu bauen, übernimmt der Agent die kontinuierliche Beobachtung definierter Kennzahlen und Zustände.
  • Fachbereiche arbeiten näher an der Realität: Der Agent nutzt die gemeinsame Geschäftssprache von Fabric IQ. Teams sehen Alerts und Empfehlungen in ihren Begriffen („kritischer Auftrag in Gefahr“), nicht in abstrakten Sensordaten.
  • IT bleibt Herr über Governance: Geschäftsregeln, Datenzugriffe und Aktionen werden zentral modelliert. So lassen sich Compliance-Vorgaben und Sicherheitsrichtlinien durchgängig durchsetzen, obwohl Fachbereiche sehr eigenständig arbeiten.

Wie ein Fabric IQ Operations Agent arbeitet – ohne Technik-Ballast

In der Praxis folgt ein Fabric IQ Operations Agent einem klaren Muster: Beobachten – Analysieren – Entscheiden – Handeln.

  • Beobachten: Der Agent überwacht kontinuierlich Datenströme und KPIs – etwa Auftragsdurchlaufzeiten, Auslastung von Maschinen oder Lagerbestände.
  • Analysieren: Auf Basis der Ontologie erkennt er, welche Kombination von Ereignissen im Geschäftskontext kritisch ist: zum Beispiel „Premiumkunde“, „hoher Auftragswert“ und „drohende Lieferverzögerung“.
  • Entscheiden: Hinterlegte Ziele und Regeln (z. B. SLA, Servicelevel, Priorisierungen) werden angewendet, um zu bestimmen, ob und wie reagiert werden soll.
  • Handeln: Der Agent schlägt Maßnahmen vor (z. B. Schicht anpassen, alternative Route wählen, Kundenservice informieren) oder stößt direkt Workflows an, etwa über Power Automate oder andere integrierte Systeme.

Wichtig: Der Agent arbeitet mit den Berechtigungen seines Erstellers. Das bedeutet, dass auch im Automationsfall klar nachvollziehbar bleibt, welche Aktion „im Namen“ welcher Rolle ausgeführt wurde – ein zentraler Punkt für Sicherheit und Revision.

Konkreter Praxisnutzen: Mini-Story aus einem typischen Szenario

In vielen Projekten sehen wir ein ähnliches Muster: Eine Fertigungsleitung kämpft mit verspäteten Lieferungen, obwohl genügend Daten vorhanden sind – aus MES, ERP, Lager und Logistik. Bisher musste das Controlling regelmäßig Berichte ziehen, verzögert auswerten und dann Maßnahmen abstimmen.

Mit einem Fabric IQ Operations Agent verändert sich der Ablauf:

  • In der Ontologie werden zentrale Konzepte definiert: kritischer Auftrag, SLA-Verletzung, Engpassmaschine, Premiumkunde.
  • Der Operations Agent überwacht Echtzeit-Telemetrie, Auftragsstatus und Lieferdaten.
  • Sobald ein kritischer Auftrag (Premiumkunde, hoher Wert) droht, sein SLA zu reißen, erkennt der Agent diese Situation eigenständig.
  • Der Agent schlägt konkrete Aktionen vor: Schicht umplanen, Priorität im Produktionsplan erhöhen, alternative Lieferoption prüfen, Kundenbetreuung proaktiv informieren.
  • Die Fachanwender sehen diese Empfehlungen direkt in verständlicher Sprache – und können sie per Klick genehmigen oder automatisch ausführen lassen.

Für die IT bedeutet das: weniger manuelle Eskalationsprozesse, weniger punktuelle „Sonderlösungen“ und eine Plattform, auf der Fachbereiche mehr Verantwortung übernehmen können, ohne Governance zu unterlaufen.

Typische Herausforderungen – und wie der Operations Agent hilft

Aus Sicht der IT-Leitung adressiert der Fabric IQ Operations Agent mehrere wiederkehrende Probleme:

  • Fragmentierte Automatisierungen: Viele Unternehmen haben heute verteilte Skripte, Makros und Automatisierungen in unterschiedlichen Tools. Operations Agents bringen diese Logik auf eine zentrale Plattform und binden sie an ein konsistentes Geschäftsmodell.
  • Blackbox-KI vermeiden: Durch die Ontologie ist nachvollziehbar, auf welchen Konzepten, Regeln und Daten die Entscheidungen eines Agents basieren. Das reduziert das Risiko „unkontrollierter“ KI-Entscheidungen.
  • Skalierung von Use Cases: Einmal definierte Geschäftsregeln und Entitäten können von mehreren Agents wiederverwendet werden – du musst nicht jedes Mal bei Null starten, wenn ein weiterer Prozess automatisiert werden soll.
  • Entlastung von IT-Teams: Fachbereiche können in klar abgesteckten Rahmen selbst Agents konfigurieren oder anpassen, während die IT die Plattform, Sicherheit und zentrale Semantik bereitstellt.

Fazit: Warum sich Fabric IQ Operations Agents für dich lohnen

Fabric IQ Operations Agents sind mehr als nur ein neues Feature in Microsoft Fabric. Sie verknüpfen Echtzeitdaten, Geschäftslogik und KI-gestützte Automatisierung so, dass Fachbereiche näher an den operativen Entscheidungen arbeiten können – bei gleichzeitiger Einhaltung von Governance und IT-Standards. Für dich als IT-Leiter entsteht eine Plattform, mit der du aus deiner Fabric- und Power-BI-Investition den nächsten Schritt machst: weg von reiner Analyse hin zu aktionsfähiger, semantisch fundierter Steuerung des Geschäfts.

Call-to-Action: Wenn du bewerten möchtest, ob der Fabric IQ Operations Agent in deine bestehende Microsoft-Fabric- oder Power-BI-Landschaft passt, unterstützen wir dich gern – von der ersten Use-Case-Identifikation über einen Proof-of-Concept bis hin zur produktiven Einführung inklusive Governance-Modell. Melde dich einfach für ein unverbindliches Gespräch, in dem wir gemeinsam Potenziale und einen pragmatischen Einstiegspfad für dein Unternehmen skizzieren.

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