Was ist Fabric IQ und warum ändert es die Spielregeln in deiner Datenplattform?

Microsoft Fabric
11.01.2026
Lesezeit: 4 Min.

Nach diesem Blog verstehst Du, wie Fabric IQ mit einem zentralen Semantic Layer Definitionen vereinheitlicht und deine Datenplattform KI-ready macht.

Viele IT-Leiter stehen vor demselben Problem: Die Datenplattform ist technisch gesehen gut aufgestellt – aber Fachbereiche, KI-Lösungen und Reports sprechen trotzdem nicht dieselbe Sprache. Sales, Controlling und Produktion arbeiten mit unterschiedlichen Definitionen von „Kunde“, „Auftrag“ oder „Deckungsbeitrag“. Genau hier setzt Fabric IQ an: Es bringt einen echten Semantic Layer in Microsoft Fabric, der Bedeutung und Regeln deiner Daten zentral definiert – und damit die Spielregeln in deiner Datenplattform verändert.

Statt noch eine neue Technologie einzuführen, zielt Fabric IQ darauf, deine bestehende Datenlandschaft im OneLake aufzuwerten: Daten bleiben, wo sie sind – aber sie werden in einem gemeinsamen Geschäftsmodell (Ontologie) beschrieben. So können Fachanwender, Reports und KI-Agenten endlich auf dieselbe, konsistente Sicht auf das Geschäft zugreifen.

Was ist Fabric IQ – in der Sprache eines IT-Leiters?

Fabric IQ ist ein neuer Workload in Microsoft Fabric, der eine zentrale semantische Schicht über deine Daten im OneLake legt. Anstatt nur Tabellen, Schemas oder einzelne Power-BI-Modelle zu verwalten, beschreibst du dein Geschäft mit Entitäten (z. B. Kunde, Auftrag, Maschine), Beziehungen, Regeln und Kennzahlen – also so, wie Fachbereiche tatsächlich denken.

Der praktische Mehrwert: Statt dass jede Abteilung ihr eigenes Verständnis von KPIs und Stammdaten implementiert, entsteht eine gemeinsame, versionierte „Geschäftssprache“, die von Reports, Self-Service-Analysen und KI-Agenten gleichermaßen genutzt wird. Fabric IQ wirkt damit wie ein übersetzender Layer zwischen technischer Datenwelt und fachlicher Sicht.

Semantic Layer: Warum das mehr ist als „noch ein Datenmodell“

Der Semantic Layer von Fabric IQ ist kein weiteres BI-Modell, sondern der zentrale Ort, an dem du definierst, wie dein Unternehmen in Daten abgebildet ist. Hier legst du fest:

  • Was ein „Aktiver Kunde“ ist (inklusive Regeln und Zeitbezug)
  • Wie ein „Auftrag“ mit Lieferungen, Rechnungen und Maschinenereignissen zusammenhängt
  • Welche Kennzahlen und KPIs verbindlich gelten – über alle Reports hinweg

Nutzen für dich als IT-Leiter: Du reduzierst das ständige „KPI-Diskutieren“ zwischen Abteilungen und gibst der Organisation eine einheitliche Grundlage, auf der Power BI, Excel, KI-Agents und Fachanwendungen aufbauen können. Konflikte zwischen verschiedenen KPI-Definitionen werden technisch „unattraktiv“, weil es eine klar geführte, zentrale Quelle der Wahrheit gibt.

Was ändert Fabric IQ konkret im Alltag von Anwendern?

In vielen Projekten sehen wir heute, dass Fachbereiche zwar Zugriff auf OneLake-Daten haben, aber ohne tiefes Daten-Know-how oft an Grenzen stoßen. Fabric IQ setzt genau dort an: Fachanwender greifen nicht mehr auf abstrakte Tabellen zu, sondern auf klar benannte Geschäftsobjekte und KPIs.

  • Self-Service ohne Daten-Chaos: Ein Vertriebsleiter erstellt in Power BI oder Excel eine Analyse auf Basis von „Umsatz“, „Aktiver Kunde“ und „Stornoquote“ – ohne sich um Tabellen-Joins oder technische Felder kümmern zu müssen. Die zugrundeliegenden Definitionen sind im Semantic Layer hinterlegt und von IT und Fachbereich abgestimmt.
  • Vertrauenswürdige KI-Antworten: Ein KI-Agent in Fabric beantwortet Fragen wie „Warum ist die Marge im Segment A gefallen?“ nicht mehr nur aus freien Textquellen, sondern gestützt auf semantisch definierte Kennzahlen, Regeln und Zusammenhänge. So werden Antworten nachvollziehbar und auditierbar.
  • Schnellere Onboardings: Neue Kollegen müssen weniger über technische Strukturen lernen und können anhand der Ontologie verstehen, wie „euer“ Kunde, Auftrag oder Service-Level definiert ist.

Ein Praxisbeispiel: Von widersprüchlichen Reports zu einer einheitlichen Sicht

In einem unserer Projekte arbeitete ein Unternehmen mit mehreren Vertriebsreports, alle mit unterschiedlichen Zahlen für den „Monatsumsatz“. Die Ursache: Jeder Report nutzte andere Filter, Zeiträume und Definitionen von „aktivem Kunden“. Fachbereiche verloren Vertrauen in die Berichte, und die IT musste permanent erklären, warum welcher Report „recht“ hat.

Mit Fabric IQ wird zunächst eine Ontologie aufgebaut: „Kunde“, „Vertrag“, „Produkt“, „Region“, „Umsatz“ und „Deckungsbeitrag“ werden fachlich sauber definiert, mit klaren Regeln, Hierarchien und Beziehungen. Diese Definitionen werden als Semantic Layer in Fabric IQ veröffentlicht und von Power-BI-Reports direkt genutzt.

Das Ergebnis: Alle neuen und schrittweise auch bestehende Reports basieren auf demselben Geschäftsmodell. Diskussionen verlagern sich von „Welche Zahl stimmt?“ hin zu „Welche Entscheidung leiten wir daraus ab?“. Für die IT reduziert sich der Support-Aufwand deutlich, weil die Semantik zentral gepflegt und versioniert ist.

Welche Rolle spielt Fabric IQ in deiner Daten- und KI-Strategie?

Mit Microsoft Fabric hast du bereits eine Plattform, die Daten über OneLake, Engineering, Real-Time und Power BI hinweg vereinheitlicht. Fabric IQ erweitert diese Plattform um eine semantische Intelligenzschicht, die für eine moderne KI-Strategie entscheidend ist:

  • Enterprise-AI auf belastbarer Grundlage: KI-Agenten und Copilots arbeiten nicht mehr isoliert auf Dokumenten oder Einzeltabellen, sondern auf einem semantisch geführten Modell deiner Geschäftsrealität.
  • Governance aus der Semantik heraus: Regeln, Constraints und Compliance-Vorgaben werden in der Ontologie abgebildet und wirken dadurch automatisch in Reports und KI-Szenarien.
  • Bessere Nutzung bestehender Investments: Vorhandene Power-BI-Semantikmodelle können als Ausgangspunkt dienen und in Fabric IQ weiterentwickelt werden – statt alles neu aufzubauen.

Fazit: Warum Fabric IQ die Spielregeln ändert

Fabric IQ verschiebt den Schwerpunkt deiner Datenplattform von reiner Datensammlung hin zu gemeinsamem Verständnis. Der Semantic Layer sorgt dafür, dass Technik, Fachbereiche und KI auf derselben Geschäftssprache aufbauen. Für dich als IT-Leiter bedeutet das: weniger Wildwuchs bei Definitionen, mehr Vertrauen in Zahlen, bessere Basis für KI – und eine Plattform, die Fachbereiche wirklich eigenständig nutzen können, ohne die Governance zu verlieren.

Wenn du klären möchtest, welche Rolle Fabric IQ in deiner bestehenden Fabric- oder Power-BI-Landschaft spielen kann, unterstützen wir dich gern: von kompakten Strategie-Workshops über die erste Ontologie für einen Fachbereich bis hin zu einem Proof-of-Concept mit KI-Agenten auf Basis deines Semantic Layers. Melde dich einfach, wenn du deine Datenplattform auf das nächste Level heben willst.

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