DAX-Formeln in Power BI: Dein Einstieg ohne Kopfschmerzen

Microsoft Power BI
16.02.2026
Lesezeit: 5 Min.
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Zusammenfassung

DAX-Formeln sind das Herz von Power BI und ermöglichen dir als Controller flexible, dynamische Kennzahlen wie Bruttogewinn oder Abweichungen zum Vorjahr. Du lernst die Grundlagen ohne Überforderung: Measures als zentrale Werkzeuge, Zeilen- und Filterkontext sowie Schlüssel-Funktionen.

  • Measures: Dynamische Aggregationen wie Gesamtumsatz, die sich an Filter anpassen.
  • CALCULATE: Manipuliert Filterkontext für präzise Berechnungen, z.B. nur 2024.
  • DIVIDE: Sichere Quoten ohne Fehlermeldungen bei Null-Nenner.
  • IF/SWITCH: Bedingte Logik für aussagekräftige Analysen.

Praktisches Beispiel: Gewinn-Marge % = DIVIDE(SUM([Gewinn]), SUM([Umsatz])) passt sich automatisch an Regionen oder Quartale an. Bei komplexen Szenarien lohnt externe Beratung für effizientes, wartbares Reporting.

Nach diesem Blog verstehst du DAX-Formeln in Power BI als Controller: Measures, Kontexte und Funktionen für dynamische Kennzahlen ohne Chaos.

Definition

DAX (Data Analysis Expressions) ist die Formelsprache in Power BI, mit der du neue berechnete Felder, Spalten und Tabellen erstellst. DAX ermöglicht es dir, Daten zu aggregieren, zu filtern und zu transformieren – ähnlich wie Formeln in Excel, aber deutlich mächtiger im Umgang mit großen Datenmengen und Beziehungen zwischen Tabellen. DAX ist nicht für die Datensäuberung gedacht; dafür nutzt du Power Query.

Einleitung

Als Controller kennst du das Problem: Du brauchst schnell eine Kennzahl wie „Bruttogewinn nach Region und Zeitraum" oder „Abweichung zum Vorjahr". Mit vorgefertigten Dashboards stößt du schnell an Grenzen. Power BI ohne DAX ist wie ein Auto ohne Motor – es sieht gut aus, fährt aber nicht.

DAX-Formeln geben dir die Kontrolle zurück. Du definierst selbst, wie Umsatz, Gewinn, Rentabilität oder Abweichungen berechnet werden. Das spart nicht nur Zeit in der Reporting-Erstellung, sondern macht deine Analysen auch nachvollziehbar und steuerbar – ein Plus für Compliance und interne Audits.

Die drei Objekte, die du brauchst

In Power BI funktioniert DAX in drei Varianten:

Measures (Kennzahlen): Das ist dein Arbeitstier. Mit Measures berechnest du Summen, Durchschnitte, Quoten oder beliebige andere Kennzahlen, die sich dynamisch beim Filtern oder Slicen anpassen. Beispiel: Eine Measure „Gesamtumsatz" summiert automatisch nur die Daten für die Region oder den Monat, den du gerade betrachtest.

Berechnete Spalten: Diese erweitern deine Quelltabelle um zusätzliche Felder auf Zeilenbasis. Sie sind praktisch für Klassifizierungen oder berechnete Attribute. Beispiel: Eine Spalte „Gewinn-Marge" könnte für jede Transaktion separat berechnet werden.

Berechnete Tabellen: Damit erstellst du völlig neue Tabellen basierend auf Formeln – etwa eine Datumstabelle für erweiterte Zeitvergleiche oder eine Parametertabelle für flexible Analysen.

Für Controller-Aufgaben brauchst du vor allem Measures. Die sind deine zentrale Werkzeugkiste.

Das Fundament: Kontext verstehen

DAX arbeitet nach einem einfachen, aber wichtigen Prinzip: Es gibt einen Zeilenkontext und einen Filterkontext.

Zeilenkontext: Wenn du eine berechnete Spalte erstellst, geht DAX Zeile für Zeile durch deine Daten. Es „sieht" immer nur die aktuelle Zeile. Eine Formel wie [Umsatz] minus [Kosten] wird für jede Zeile einzeln berechnet – einfach und verständlich.

Filterkontext: Das ist das Mächtige: Wenn du ein Measure in einen Filter legst oder in ein Diagramm ziehst, weiß DAX automatisch, welche Daten relevant sind. Du filterst nach Region, Quartal oder Produkt – und deine Measure passt sich an. Das ist der große Vorteil gegenüber Excel: Du schreibst die Formel einmal und sie funktioniert überall in deinem Dashboard korrekt.

Dieses Verständnis ist das Fundament. Mit Zeilen- und Filterkontext meistern die meisten praktischen Aufgaben.

Die wichtigsten Funktionen in der Praxis

SUM, COUNT, AVERAGE: Diese Klassiker brauchst du täglich. SUM addiert Werte, COUNT zählt Einträge, AVERAGE bildet Durchschnitte. Aber Achtung: Eine implizite Aggregate (einfach ein Feld ins Diagramm ziehen) ist weniger kontrollierbar als eine explizite Measure. Schreib deine Kennzahlen lieber selbst auf.

CALCULATE: Das ist die wichtigste Funktion überhaupt. Mit CALCULATE manipulierst du den Filterkontext – du kannst also sagen: „Berechne die Summe, aber nur für 2024, nicht für alle Jahre." Beispiel: `= CALCULATE(SUM([Sales]), YEAR([Date]) = 2024)` gibt dir den Umsatz ausschließlich für das Jahr 2024, egal welche Filter sonst aktiv sind.

DIVIDE: Berechne Quoten sicherer. Statt einfach [Gewinn] / [Umsatz] nutzt du `= DIVIDE([Gewinn], [Umsatz])`. Der Vorteil: DIVIDE gibt dir ein leeres Feld statt eines Fehlers, wenn der Nenner null ist – das macht deine Berichte robuster.

IF / SWITCH: Mit diesen Logik-Funktionen kannst du bedingte Berechnungen anstellen. Beispiel: „Wenn der Gewinn über 100.000 Euro liegt, markiere es als grün, sonst als orange." Das macht deine Berichte aussagekräftig, ohne dass du Farbformate manuell anpasst.

Ein praktisches Beispiel aus dem Controller-Alltag

Stellen wir uns vor: Du möchtest eine Measure für „Gewinn-Marge in Prozent" erstellen. Die Formel könnte so aussehen:

Gewinn-Marge % = DIVIDE(SUM([Gewinn]), SUM([Umsatz]))

Jetzt legst du diese Measure in ein Diagramm, das Umsatz nach Region zeigt. Automatisch berechnet DAX die Marge korrekt für jede Region – ohne dass du die Formel anpassen musst. Du filterst auf Q3? Die Measure passt sich an. Das ist der echte Produktivitäts-Gewinn: Schreib es einmal, nutze es überall.

Noch besser: Mit CALCULATE könntest du eine zusätzliche Measure schreiben, die die Marge vom Vorjahr zeigt – für echte Trend-Analysen. So entsteht ein flexibles, wiederverwendbares System.

Wenn externe Unterstützung sinnvoll wird

DAX-Grundlagen lernst du schnell selbst – mit Online-Kursen oder Tutorials brauchst du da 1–2 Wochen. Aber es wird komplex, wenn du…

  • …zeitbasierte Vergleiche brauchst (Vorjahresvergleiche, gleitende Durchschnitte, Wochentags-Analysen)
  • …mehrere Tabellen relational mit komplexen Filtern verknüpfen musst
  • …Performance-Probleme hast, weil zu viele berechnete Spalten das Modell aufblähen
  • …ein sauberes, wartbares Maßstab-System aufbauen möchtest, das auch neue Team-Mitglieder verstehen

Hier wird es sinnvoll, externe Unterstützung zu holen. Ein erfahrener BI-Berater spart dir Wochen an Herumprobieren und verhindert, dass du spätes „Rückwärts-Engineering" von fehlerhaften Formeln machen musst. Ein Workshop oder ein Proof-of-Concept mit fokussierten Szenarien für dein Unternehmen zahlt sich schnell aus – gerade wenn mehrere Personen in deinem Team später damit arbeiten sollen.

Fazit

DAX-Formeln sind nicht mystisch – sie sind schlicht ein handwerkliches Werkzeug, das du Schritt für Schritt lernst. Der Schlüssel ist, mit Kontext-Verständnis zu starten und dann die wichtigsten Funktionen gezielt zu üben. Als Controller profitierst du sofort: Flexible, nachvollziehbare Kennzahlen, weniger manuelle Rechenarbeit, mehr Fokus auf Analyse statt Datenbeschaffung.

Wenn du bereit bist, DAX strukturiert anzugehen – sei es mit Online-Ressourcen oder mit professioneller Begleitung – öffnet sich eine neue Dimension in deinem Reporting. Du wirst schneller bessere Analysen liefern und wieder Zeit für echte Steuerungs-Aufgaben haben.

Du willst DAX-Grundlagen in dein Team bringen oder hast ein konkretes Reporting-Problem? Wir unterstützen dich gerne mit maßgeschneiderten Workshops, Code-Reviews oder Lösungsarchitekturen. Schreib uns an – gemeinsam bauen wir ein Reporting-System, das wirklich funktioniert und wartbar ist.

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